In letzter Zeit treffe ich immer mehr Menschen mit einem ungewöhnlichen und überraschenden Lebensweg.
Zugegeben, viele von uns verfolgen einen Traumberuf oder arbeiten in einer anderen Richtung, als es unsere Ausbildung vorsieht. Meistens treffen wir auf unerwartete Kombinationen, die beweisen, dass Menschen ihre Leidenschaft und Arbeitsmoral in mehr als einem Unternehmen finden.
Nehmen wir zum Beispiel den bekannten britischen Dirigenten Daniel Harding. Letzten September leitete er die Eröffnungsnacht unseres Concertgebouw-Orchesters vor 3.000 Menschen auf dem Dam-Platz in Amsterdam. Er hat einen außergewöhnlichen Beruf: Er spielt nicht nur die besten klassischen Orchesterwerke, sondern ist auch Pilot bei der Air France. Daher war die Wahl des Programms für das Konzert keine Überraschung: eine musikalische Reise durch Europa!
Letzte Woche habe ich einen weiteren Flugkapitän kennengelernt. Jonathan fliegt für British Airways und arbeitet außerdem als Fotograf und professioneller HiFi-Rezensent.
In den Niederlanden hatte ich kürzlich die Gelegenheit, einen Schriftstellerkollegen zu treffen. Er hat nicht nur eine verantwortungsvolle Position im Vorstand eines großen Unternehmens inne, sondern ist auch regelmäßig auf klassischen Konzertbühnen als Violinist zu sehen und zu hören. In seiner Freizeit geht er außerdem seiner Leidenschaft für High-End-Audio nach und teilt seine Erkenntnisse mit den Lesern des niederländischen Audiomagazins Music Emotion.
Und wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich mich als eines der oben genannten Beispiele. Ich habe als junger Konzertpianist begonnen, danach ein Jahrzehnt lang Klavierunterricht gegeben, bin dann gewachsen und habe einen unglaublich wunderbaren Zustand erreicht. Dank meines musikalischen Hintergrunds und meines täglichen Klavierspiels nutze ich meine Liebe, Leidenschaft und Emotionen, um Audio und HiFi zu bereichern, wobei die Musik immer im Vordergrund steht.
Ein interessantes Detail ist, dass meiner Erfahrung nach die meisten Musiker zunächst gar nicht an einer technisch perfekten Musikwiedergabe interessiert sind. Wir hören auf die Darbietung, die Noten, die Emotionen - ich habe das früher mit einem knisternden Transistorradio gemacht. Es hatte ein Kassettendeck, in das ich endlos BASF-Kassetten einlegte, bis sie kaputt gingen.
In den 80er Jahren, als ich 17-18 Jahre alt war, ging ich auf eine Konzertreise nach Japan. Dort erhielt ich einen Sony Walkman als Geschenk. Er war super klein, sah gut aus, war flach, metallisch-blau und enthielt eine Sammlung von hochwertigen Kassetten mit klassischer Musik. Ich konnte meinen Ohren nicht trauen!
Das war meine erste Einführung in die Audiowelt. Danach hat es weitere 15 Jahre gedauert, bis ich voll und ganz in diese Welt eingetaucht bin, aber ich war bereits begeistert.
Alles im Leben entwickelt sich weiter. Die Natur, die Menschen, die Technik entfalten und erweitern sich. Alles, was wir brauchen, ist eine "Urerfahrung" als Ausgangspunkt. Einmal auf dem Weg, geht es immer weiter.
Vom Walkman über Schallplatten und CDs bis hin zum Audio-Streaming. Für die Analog-Enthusiasten werden LPs natürlich immer ein Bezugspunkt bleiben. (Wo sind die Singles geblieben?) Auch Kassetten sind bereits sehr beliebt. Aus kleinen Lautsprechern wird eine ganze HiFi-Anlage.
Apropos Evolution: Im Laufe der Jahre habe ich immer mehr Fragen und Interesse von Freunden aus der Musikwelt an der perfekten Klangwiedergabe festgestellt.
Hier schließt sich also der Kreis.
Musik verzaubert praktisch jeden.
Auf einem knarrenden Barpiano, während der vielen Flugstunden eines Piloten, beim Hören von Spotify über Ohrstöpsel, durch nahezu perfekt klingende Audioinstallationen, auf dem Dam-Platz bei einem Open-Air-Konzert.
Auch die Musik selbst entwickelt sich weiter - aber das ist ein anderes Mal.
Bild: Sony Vintage. Quelle: Kassettenspieler Walkman Blog



